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DIE KLEINE REIHE | LUCAS CRANACH D.Ä.

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LUCAS CRANACH D.Ä. - Maler der Reformation | Herausgegeben anlässlich der Sammlungspräsentation in der Hamburger Kunsthalle 2017
Sammlungskatalog | 64 Seiten | 37 Abbildungen | Softcover | deutsche Ausgabe

Das Jahr 2017 steht im Zeichen des 500-jährigen Reformationsjubiläums. Um dieses bedeutende Ereignis entsprechend zu würdigen, ist noch bis zum 07. Januar 2018 die Präsentation »Lucas Cranach d. Ä., Maler der Reformation« in der Sammlung Alte Meister zu sehen.
Der Nürnberger Humanist Christoph Scheurl beschrieb Lucas Cranach d. Ä. in einem Brief an denselben bereits 1509 aufgrund seines Talents und seiner vorbildhaften Tugenden euphorisch als einen der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler: „Wahrlich, wenn ich den einzigen Albrecht Dürer, meinen Landsmann, dieses unzweifelhafte Genie, ausnehme, so gewährt […] nur Dir unser Jahrhundert den ersten Platz in der Malerei“.
Geboren um 1472 in Kronach wurde Cranach d. Ä. 1505 von Friedrich dem Weisen als Hofmaler nach Wittenberg berufen, wo er beinahe ununterbrochen 50 Jahre für die sächsischen Kurfürsten arbeitete. In seiner florierenden Werkstatt führte er zahlreiche repräsentative Aufträge aus, darunter eine große Anzahl von Herrscherporträts der sächsischen Regenten. Für seine Verdienste verlieh ihm der Kurfürst 1508 ein Wappen, das eine geflügelte Schlange mit Rubinring im Maul zeigt, welches Cranach d. Ä. fortan als Signet seiner Gemälde und Gütesiegel nutzte. Darüber hinaus war er als Grafiker, Buchdrucker, Politiker und Unternehmer tätig, wurde auch außerhalb seines künstlerischen Schaffens ein erfolgreicher und einflussreicher Bürger Wittenbergs. So erwarb er 1512 die Lizenz zum Weinverkauf, war Ratsmitglied und Kämmerer der Stadt, besaß eine Druckerei (zwischen 1522 und 1526) und ab 1520 eine Apotheke, deren Sortiment auch Luxuswaren wie Gewürze, Zucker und Wachs aufwies.           

Durch seine enge Freundschaft mit Martin Luther und durch die innovative protestantische Bildsprache seiner Werke trug Cranach d. Ä. wesentlich zur Verbreitung der neuen Lehre bei und nahm Einfluss auf die Reformation in Deutschland. Mit seinen in großer Zahl produzierten Porträts von Martin Luther und Philipp Melanchthon prägte er maßgeblich das Bildnis der beiden Reformatoren. 1519 illustrierte er Flugblätter, in denen die Politik der katholischen Kirche scharf kritisiert wurde. Nichtsdestotrotz nahm er gleichzeitig weiterhin wichtige Aufträge für altgläubige Würdenträger, wie Kardinal Albrecht von Brandenburg, an und schuf Bilderzyklen mit traditionellen katholischen Themen. Um ab Mitte der 1520er Jahre die Vielzahl von Aufträgen bewältigen zu können, entwickelte er in seiner Werkstatt standardisierte Abläufe und eine exakte Verteilung der Aufgaben unter den geschulten Mitarbeitern. Cranachs enorme Produktivität und schnelle Arbeitsweise brachten ihm die Bezeichnung pictor celerrimus (schnellster Maler) ein.      

Nach seinem Tod 1553 in Weimar führte sein Sohn Lucas Cranach d. J. den Werkstattbetrieb fort.